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Geld sparen und richtig Haushalten

Ein paar einfache Tipps

18.05.2017

Das Thema beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Warum klappt es meistens nicht, sein Geld so einzuteilen, dass am Monatsende noch etwas übrig bleibt? Egal wie großzügig ich plante, ich gab meistens trotzdem immer mehr aus.

Als meine EC-Karte kaputt ging, änderte sich mein Verhalten überraschenderweise von einem Tag auf den anderen und ich habe noch einige weitere interessante Dinge gelernt. In diesem Artikel habe ich ein paar einfache Tipps zusammengestellt, die ich anwende, um Geld zu sparen.

Inhalt

Das Problem

Ich weiß genau, wie viel Geld ich ungefähr pro Woche ausgebe (oder ausgeben sollte). Dafür brauche ich nur im Geiste meine letzten Einkäufe durchzugehen. Dazu addiere ich ein kleines Budget für Freizeitaktivitäten und plane einen kleinen Puffer mit ein. Vielleicht muss ich ja auch noch zum Friseur oder will mir mal ein neues T-Shirt kaufen. Es dauert nicht länger als 15 Minuten, um den richtigen Betrag zu finden. Trotzdem gelang es mir nur selten, mich an diese Grenzen zu halten.

Unterwegs nur mit Bargeld bezahlen

Auf die beste Lösung kam ich durch Zufall. Bis vor gar nicht so langer Zeit zahlte ich alles mit Karte und fand das sehr bequem. Weil ich finde, dass die Geldbörse die Jeans so hässlich ausbeult, steckte ich mir meistens nur die EC-Karte und meinen Führerschein in die Hosentasche. Eines Abends muss ich mich dabei falsch hingesetzt haben, denn die EC-Karte war auf einmal nicht mehr zu gebrauchen. Einer meiner Freunde musste mir aushelfen.

Ich bestellte mir eine Ersatzkarte und durfte erst einmal wieder mit Bargeld hantieren. Das war wirklich ungewohnt. Ich holte mir etwas mehr, als ich für die Woche brauchte, und plötzlich fiel es mir ziemlich schwer, die schönen bunten Scheinchen wieder herzugeben. Auf einmal bemerkte ich auch all die sinnlosen Käufe, die ich sonst gar nicht wahrgenommen hatte. Brauche ich diesen Softdrink jetzt wirklich? Muss ich mir jetzt unbedingt eine Pizza bestellen, wo ich noch so viel Essen im Kühlschrank habe, das ich mir nur zubereiten muss? Solche Fragen gingen mir auf einmal durch den Kopf.

Der Grund ist, dass ich bei Bargeld genau weiß, wie viel ich noch in der Geldbörse habe und dass es für die ganze Woche reichen muss. Seitdem zahle ich nur noch mit Bargeld. Ich habe mir fest vorgenommen, nur jeweils montags zum Geldautomaten zu gehen und genug für die Woche abzuheben. Wenn ich in dieser Woche zum Friseur oder mir neue Klamotten kaufen will, plane ich das vorher mit ein. Danach muss ich mit dem Geld bis zum nächsten Montag auskommen.

Wenn ich am Wochenende merke, dass noch gut etwas übrig ist, dann bestelle ich mir eine Pizza, gehe ins Kino, Restaurant oder in die Bar. Wenn ich zu viel ausgegeben habe, reicht es wahrscheinlich eher für einen Teller Nudeln mit Ketchup und dazu ein Glas Wasser.

Das funktioniert bei mir sehr gut. Bei den Nudeln mit Ketchup bin ich bisher noch nicht gelandet. Es fühlt sich wie eine Belohnung an, am Ende der Woche noch etwas verprassen zu dürfen. Einfach ein wenig Geld ganz ohne schlechtes Gewissen verschleudern zu können, ist wirklich sehr geil. Trotzdem bleibt es im Rahmen und ist sogar weniger, als ich vorher unbewusst und mit Schuldgefühlen verschwendet habe. Wenn noch etwas übrig bleibt, zahle ich es auf mein Tagesgeldkonto ein.

Dem Kontostand ins Auge sehen

Ein zusätzlicher positiver Nebeneffekt ist, dass ich nun keine Angst mehr vor Überraschungen habe, denn ich weiß ja, was ich ausgebe. Wenn ich mit der EC-Karte aus war, hatte ich je nach Länge des Abends schon ein ungutes Gefühl, mir am nächsten Tag den Kontoauszug anzusehen. Also habe ich es ständig vor mir hergeschoben, mir ein Bild von meinen Finanzen zu machen.

Das führte dann sogar dazu, dass ich noch mehr Geld ausgegeben habe. Jetzt war es ja sowieso egal. Als ich mich dann endlich dazu durchgerungen hatte, auf den Kontostand zu schauen, stellte ich oft fest, dass das Horrorszenario zuerst nur in meinem Kopf existierte und ich es nur durch die darauffolgenden Käufe erst erzeugt hatte.

Jetzt schaue ich mir gerne an, dass mein Tagesgeld wieder etwas gewachsen ist.

Keinen unnötigen Mangel erzeugen

Ein weiterer Fehler, den ich gerne gemacht habe, ist in dauerhaftem Mangel zu leben, weil ich nicht zu viel Geld auf einmal ausgeben wollte. Ich habe also beinahe täglich eingekauft und bin dabei jedes Mal in die Falle getappt, etwas zusätzlich zu kaufen, das ich gar nicht brauchte.

Ich kaufe jetzt immer für drei bis vier Tage ein und muss in dieser Zeit nicht mehr zum Supermarkt. Ich setze mich so deutlich seltener dem Risiko aus, ungeplante Ausgaben zu verursachen und ich spare auch noch sehr viel Zeit und Stress, weil ich nicht ständig einen leeren Kühlschrank habe.

Nie ohne Einkaufsliste zum Supermarkt

Wenn ich nicht weiß, was ich brauche, schlendere ich an allen Regalen vorbei und suche Dinge, die ich vielleicht brauche und vergessen habe. So bin ich ganz besonders gefährdet, mehr Geld auszugeben. Das ist ein ganz anderer Einkaufsmodus, als wenn ich mir vorher eine Liste mache.

Mit einer Einkaufsliste bummle ich die Regale schon vor dem Betreten des Geschäfts im Geiste ab und greife dann im Supermarkt nur noch schnell zu. Andere Sachen bemerke ich fast gar nicht, weil ich so sehr damit beschäftigt bin, das nächste Ding auf meiner Liste einzusammeln.

Jede Woche einen festen Betrag sparen

Zusätzlich zu meinem Montagsgang zum Geldautomaten spare ich jede Woche einen festen Betrag ein. Das sind bei mir 50 Reais, die ich auf ein Tagesgeldkonto einzahle. Die 50 Reais habe ich durch die Benutzung von Bargeld locker eingespart und ich sehe mein Tagesgeld jede Woche wachsen. Das ist ein gutes Gefühl und bringt mir auf Dauer eine gute Rücklage, um mir größere Wünsche zu erfüllen.

Schulden immer zuerst bezahlen

Ganz früher bin ich mir manchmal selbst auf den Leim gegangen, indem ich dachte, ich will etwas sparen, obwohl ich noch im Dispo war. Dass ich im Dispo war, deprimierte mich, also legte ich immer etwas Geld auf ein Tagesgeldkonto an, während ich gleichzeitig meinen Dispo abstotterte. Das gab mir ein Gefühl etwas Gutes für meine Finanzlage zu tun.

Das ist natürlich Kokolores, denn bevor der Dispo nicht abbezahlt ist, spare ich kein Geld, sondern werfe es beidhändig aus dem Fenster hinaus. Die paar Cents an Zinsen, die ich auf dem Tagesgeldkonto bekomme, stehen in keinem Verhältnis zu den teuren Dispozinsen, die regelmäßig anfallen. Es macht also wirklich keinen Sinn, sich selbst etwas vorzugaukeln. Alles, was teure Zinsen kostet, muss dringend zuerst weg.

Impulskäufe vermeiden

Das kann eine neue Couch sein, die gerade im Sonderangebot ist, ein neuer Fernseher, eine PlayStation, oder was auch immer. Es passiert bei mir meistens nach einem harten Arbeitstag und ich begegne im Internet einem Angebot, das ich nur schwer ausschlagen kann. Wie toll wäre es, dieses Ding jetzt zu bestellen und sich darauf zu freuen? Dann wäre der Tag ja doch noch gerettet.

Was mir hilft, solche Impulskäufe zu vermeiden, ist mindestens eine Nacht darüber zu schlafen. Wenn ich am nächsten Tag immer noch meine, dass es eine gute Idee ist, dann bitte. Ansonsten habe ich viel Geld gespart. Meistens finde ich die Idee dann auch gar nicht mehr so genial.

Alte Dinge aufwerten

Ähnlich ist es auch mit alten Dingen, besonders Möbel, die sich mit der Zeit abnutzen und mir nicht mehr gefallen. Möbel kann man meistens aber sehr leicht aufwerten oder sogar günstig aufwerten lassen. Brauche ich wirklich ein neues Sofa für über tausend Euro oder kann ich mir nicht einfach einen brandneuen Bezug oder einen schicken Überwurf dafür kaufen und habe dann das gleiche oder sogar ein individuelleres Ergebnis für ein Zehntel des Preises?

Schlusswort und Empfehlung

Die Liste lässt sich noch weiter führen. Ich beschäftige mich oft mit dem Thema Geld und möchte dazu noch ein paar weitere Artikel schreiben. Neben Spartipps Volume 2 finde ich beispielsweise auch unser Verhältnis zu Geld interessant.

Wer aber gerne jetzt schon mehr über das Thema Sparen lesen möchte und der englischen Sprache mächtig ist, dem kann ich das Blog von Mr. Money Mustache empfehlen. Ein, wie ich finde, sehr gelungenes und interessantes Blog zum Thema Geld, Sparen, Minimalismus und Konsum.

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