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Geld verdienen als Clickworker

Lohnt sich das überhaupt?

14.11.2016

Clickworking ist eine einfache Methode, um über das Internet schnell ein paar zusätzliche Euros zu verdienen. Der Aufgabenbereich besteht aus der Durchführung von kleinen Aufgaben und der Erstellung von Texten. Ich konnte mich damit in Brasilien tatsächlich für einige Zeit über Wasser halten.

Ich nenne es gerne Freiberufler Light, denn die Bezahlung ist leider sehr niedrig und lohnt sich nur für wenige Menschen. Dafür bietet das Clickworking auch einige Vorteile.

Inhalt

Was ist Clickworking?

Unternehmen benötigen sehr häufig Texte und Daten, um beispielsweise Produktkataloge oder Marktanalysen erstellen zu können. Der Arbeitsaufwand kann gewaltige Ausmaße annehmen, wenn beispielsweise für Zehntausende Artikel Beschreibungen erstellt, oder Hunderttausende Adressen mithilfe von Google überprüft oder ergänzt werden müssen.

Diese Arbeit ist außerdem meistens einmalig und zeitlich begrenzt. Die Ergebnisse müssen schnell verfügbar sein und nach Abschluss der Aufgabe besteht oft kein weiterer Bedarf mehr. Es lohnt sich für die Unternehmen also nicht, dafür eigenes Personal anzustellen.

Das macht Clickworking Plattformen für diese Unternehmen interessant. Sie verfügen über viele Benutzer (Clickworker) und über Software, die einen Auftrag in Hunderte oder Tausende kleine Microjobs zerkleinert. Diese Microjobs können die Clickworker bearbeiten und erhalten dafür jeweils eine kleine Vergütung.

Vorteile

Der Vorteil gegenüber normaler freiberuflicher Arbeit ist, dass Clickworker sich nicht mühsam um Jobs bewerben, oder sich langwierig eine Reputation aufbauen müssen. Es wird normalerweise nur ein kurzer Test durchgeführt, nach dessen Bestehen bereits die ersten Microjobs bearbeitet werden können. Stellt sich ein Microjob als zu schwer heraus, kann er ohne negative Konsequenzen einfach abgebrochen werden.

Nachteile

Der Nachteil für Clickworker ist die geringe Bezahlung. Datenanreicherungen bewegen sich pro Microjob je nach Auftrag und Plattform im Bereich zwischen 5 bis 10 Cent. Texte werden im Durchschnitt mit einem Cent pro Wort vergütet. Das kann je nach Dringlichkeit und Druck des auftraggebenden Unternehmens manchmal mehr sein, passiert aber nicht gerade häufig.

Für wen ist Clickworking interessant?

Clickworking wird in der Presse oft aus Ausbeute beschrieben. Wenn man deutsche Standards betrachtet, kann man dem nur schwer widersprechen, denn selbst der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn beträgt deutlich mehr. Dafür muss man allerdings auch keine Bewerbungsgespräche führen, die Wohnung verlassen, oder strenge Arbeitszeiten einhalten.

Für zwei Stunden Arbeit täglich ist eine Verdienstspanne von 100 Euro im Monat möglich. Bei mehr Einsatz sind auch höhere Verdienste zwischen 200 Euro und 400 Euro möglich. Das schafft aber nicht jeder. Es ist also höchstens ein kleines Zubrot nebenbei, mehr nicht.

Wenn man sich nicht an deutschen Standards orientiert und als Auswanderer im Ausland mit niedrigen Lebenserhaltungskosten lebt, sieht die Sache unter Umständen ganz anders aus. Dann kann es nicht nur ein guter Nebenverdienst, sondern sogar eine wichtige Einnahmequelle sein.

Wann werden Clickworker ausbezahlt?

Clickworker werden ab Erreichen einer bestimmten Verdienstspanne ausbezahlt. Die Auszahlungsgrenze liegt meistens bei 10 Euro. Das Geld wird direkt auf das Bankkonto ausgezahlt. Gutscheine oder Geschenke sind als Bezahlung nicht üblich.

Welche Anbieter gibt es?

Ich selbst bin bei Clickworker, Crowdguru und Textbroker angemeldet. Das sind die drei Bekanntesten.

clickworker.de

Clickworker.de wird meistens als die größte Plattform benannt. Es gibt viele Microjobs und man findet eigentlich immer etwas, das man bearbeiten kann. Der Nachteil ist, dass ein Text sehr oft mehrere Revisionen durchlaufen muss, was deutlich mehr Zeit kostet, als eigentlich vorgesehen. Auch die Briefings finde ich teilweise etwas ungenau oder sogar widersprüchlich. Abgesehen davon habe ich bisher nur positive Erfahrungen mit diesem Anbieter gemacht.

crowdguru.de

Crowdguru.de bietet auch viele Microjobs an, aber es gibt manchmal auch etwas Leerlauf in bestimmten Bereichen. Revisionen gibt es dafür nicht. Ist ein Text einmal abgeschickt, ist der Job abgeschlossen. Wenn die Kritik allerdings nicht ernst genommen wird, kann es zum Ausschluss führen. Die Briefings sind, wie ich finde, sehr präzise und es gibt außerdem ein Forum, in dem die Aufgaben besprochen und Fragen beantwortet werden.

textbroker.de

Textbroker.de beschränkt sich auf Texte und sortiert diese in unterschiedliche Kategorien ein. Das Angebot ist gut, allerdings werden die Briefings teilweise unbearbeitet vom Auftraggeber durchgereicht und können sehr verwirrend sein. Dafür werden viele Tutorials, Trainings und Informationen über das Thema Schreiben angeboten, die Autoren bei der Verbesserung ihrer Schreibkunst unterstützen können.

Wie man ein erfolgreicher Clickworker wird

Es dauert immer eine Zeit, bis man sich in eine neue Aufgabe eingearbeitet hat. Bis dahin müssen die Ergebnisse sehr sorgfältig überprüft werden. Die Bearbeitung kann sich dadurch deutlich länger hinziehen, als gedacht. Das verbessert sich aber schon nach den ersten paar eigereichten Microjobs deutlich.

Gelegentlich passieren natürlich auch Fehler. Es werden wichtige Punkte in den Anweisungen übersehen, oder ein Thema sogar komplett verfehlt. Das ist kein Beinbruch. Zu erwarten sind ein kleiner Rüffel des Qualitätsmanagers und die Bitte um Korrektur. Manchmal wird auch einfach nur darum gebeten, beim nächsten Mal besser auf das Briefing zu achten.

Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass ich deutlich strukturierter arbeite, vor allem bei der Erstellung von Texten. Ich habe am Anfang Texte klassisch von oben nach unten heruntergeschrieben. Mittlerweile strukturiere ich Absätze mit Überschriften zuerst, setze die ungefähre Wortanzahl pro Absatz fest und sammle erst einmal Material. Erst, nachdem ich mir dieses Gerüst aufgebaut habe, fange ich an, den richtigen Text zu schreiben.

Auf diese Weise kann ein Text mit 600 Wörtern Länge beispielsweise in vier handliche Stücke zu je 150 Wörtern zerteilt werden. Es geht deutlich schneller, 150 Wörter am Stück zu schreiben, als 600.

Nützliche Tools

zeichenzähler.de

Zeichenzähler.de zählt Zeichen, Leerzeichen und Wörter. Es ist ein sehr wichtiges Tool und ist bei mir dauerhaft im Einsatz. Das Tool ist ohne Anmeldung sofort nutzbar.

duden.de

Manche Plattformen bieten Tools zur Überprüfung von Rechtschreibung und Grammatik an, aber ich bin in der Schule mit dem Duden erzogen worden. Obwohl es sicher viel bequemere Tools gibt, benutze ich ihn immer noch.

Leider ist es bei der kostenfreien Version nicht möglich, ganze Texte auf einmal zu prüfen. Das Maximum liegt bei 800 Zeichen.

Google Docs

Texte schreibe ich nie direkt in das Eingabefeld der Plattform, sondern ich erstelle dafür immer ein eigenes Dokument auf Google Docs. Es kommt schon nicht gerade selten vor, dass eine Session abgebrochen und mein Text verloren geht. Das passiert mir mit Google Docs nicht.

Schlusswort

Clickworking ist schlecht bezahlt und steht in keinem Vergleich zu einem normalen Minijob. Das muss man einfach ganz klar sagen. Wer sich allerdings nicht zeitlich binden möchte, oder aus anderen Gründen keinen Minijob annehmen kann, für den könnte Clickworking interessant sein. Auch für Auswanderer im Ausland kann es eine willkommene Einnahmequelle sein. Die eigene Schreibfähigkeit wird sehr gut trainiert und vielleicht will man auch einfach nur einmal reinschnuppern, bevor man sich besser bezahlter Arbeit zuwendet.

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